Schicksale

  • Eine militarisierte Gesellschaft

    Luise von Preußen

    Großherzogin von Baden
    3.12.1838 – 23.4.1923

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    Der Glanz des Kaiserreichs

    „Und nun nach 500 Jahren inmitten des gewaltigsten und furchtbarsten aller Kriege erkennen wir Gottes Wille, ja Gottes Werk in ergreifender Kraft. Du mein teurer Wilhelm bist dazu berufen diesen bedeutungsvollen Gedenktag zu feiern, das geeinte Vaterland in Deiner starken Hand gegen eine Welt von Feinden.“ (Luise an Kaiser Wilhelm II. zum 500. Jahrestag der Belehnung Friedrichs von Hohenzollern mit der Mark Brandenburg, 18. April 1917)

  • Kriegsausbruch und Vogesenfront

    Pierre Jaminet

    Hauptmann
    18.2.1887 – 1945

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    Im Sundgau

    „Der Generalstab signalisiert den Gegenangriff: Feuer! Und die 120 [mm Geschütze] feuern. Ich eilte in Richtung der Hauptleute oder vielmehr der Batterien oberhalb von Soppe-le-Bas [Nieder-Sulzbach]. Hallo, wo seid Ihr, in Richtung Burnhaupt? Nein, gegen den formellen Befehl? Die Kugeln pfeifen? Kommt schon, Ihr seid da, um zu unterstützen, Ihr könnt den Gegenangriff nicht sehen? Ja Feuer … boum! … boum!“ (Kriegstagebuch, 10. Januar 1915)

  • Soldaten

    Lucien und Charles Rudrauf

    Soldaten
    8.1.1890 – 2.2.1968 und 23.12.1896 – 3.8.1916

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    Zwei Brüder

    „Wenn wir plötzlich in Stellung rücken sollten, und Ihr einige Zeit ohne Nachricht von mir bleibt, sagt Euch, dass alles gut geht. Von einem außergewöhnlichen Pech einmal abgesehen, werde ich die Sache schon schaffen.“ (Charles Rudrauf an seine Eltern, Villiers les Mangiennes, 30. Juni 1916)

  • Zivilisten

    Alfred Meyer

    Spion
    23.5.1877 – 13.9.1915

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    Zum Tode verurteilt

    „Ich bereue auf‘s tiefste meine Schuld. Ich erflehe Eurer Majestät allmächtige Gnade für mein Leben mit Rücksicht auf meine unschuldige Frau und meine drei unmündigen Kinder und meine 70 jährige gebrechliche Mutter.“ (Telegramm an Kaiser Wilhelm II., Mülhausen, 3. September 1915)

  • Frauen und Kinder

    Sieben Kinder und ein Erwachsener

    Opfer des Luftangriffs auf Freiburg am 15. April 1915

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    Der Tod fiel vom Himmel

    Das Gesuch der Familie des 9-jährigen Friedrich Lais um Unterstützung schlug das Bezirksamt Freiburg 1919 ab, „da der getötete Junge, falls er noch am Leben wäre, infolge seines jugendlichen Alters noch nicht in nennenswertem Maße zum Unterhalt der Familie beitragen könnte, eine etwaige wirtschaftliche Schädigung also erst später hervortreten würde.“ (Freiburg, 21. Juli 1919)

  • Verwundung und Gefangenschaft

    Wilhelm Thome

    Soldat
    12.3.1888 – 8.8.1969

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    Verwundet

    „In Folge der Kopfverletzung leide ich an zeitweise starkem Kopfschmerz, mit dem rechten Auge sehe ich Doppelbilder, sehe überhaupt schwach und habe an Denkfähigkeit und Geruchssinn eingebüßt, wozu sich öfter Schwindelanfälle einstellen.“ (Gießen, 23. April 1917)

  • Der totale Krieg

    Alexander Ritter

    Schlosser
    Geboren am 21.12.1889

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    Arbeiten für den Krieg

    „Es war mir auch unangenehm, noch in Basel zu bleiben und mich dort unter meinen Berufsgenossen zu bewegen, da diese sämtlich wussten, dass ich geschäftlich zusammengebrochen war.“ (Freiburger Amtsgefängnis, 10.9.1918)

  • Kriegsende

    René Schickelé

    Schriftsteller
    4.8.1883 – 31.1.1940

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    Frankreich und Deutschland

    „Das Land links des Rheins, das Land rechts des Rheins atmet ein einziges Lächeln.“ (Das Erbe am Rhein, 1925-1931)